Wie funktioniert das Selbsthilfeprogramm?

1.Empfehlung

Oft gelangen Patienten durch eine Empfehlung vom Arzt, Gesundheitsdienstleister, Therapeuten, Psychologen oder Psychiater zur Website „MeineViertelStunde.com“. Andere erfahren durch Freunde, Ex-Teilnehmer oder einfach durch Googeln vom Programm.

2.Online-Selbsttest

Der Patient besucht die Website und führt den Online-Selbsttest durch. Die Ergebnisse des Selbsttests werden in einer einfachen visuellen Graphik dargestellt:

Die Ergebnisse bestätigen oft das Gefühl des Patienten oder desjenigen, der die Website empfohlen hatte. Der Teilnehmer entscheidet dann, ob er sich für das Programm anmelden soll oder nicht. Was dann folgt, ist ein Monat mit täglichen Sitzungen von etwa fünfzehn Minuten zu einer Uhrzeit, die von der Person selbst gewählt wird. Jeden Tag erhält sie eine Einladung per E-Mail, um sich für den nächsten Schritt anzumelden.

3.Erste Woche

In der ersten Woche erhalten Sie täglich ein kurzes Theorie-Video mit psycho-pädagogischen Informationen. Diese Theorie hilft Ihnen, sich zu motivieren, das Programm tagtäglich zu verfolgen. Da „MeineViertelStunde.com“ kein E-Learning-Programm ist, sondern ein therapeutisches Selbsthilfeprogramm, ist diese tägliche Routine für das Programm unerlässlich.

4.Täglich

Jeden Tag beantwortet der Teilnehmer mehrere Reflexionsfragen, die zum Ziel haben, lösungsorientierte Selbsterkenntnisse zu entwickeln. Nach zwei Wochen beginnen die Teilnehmer zu berichten, dass sich die Art und Weise, wie sie sich selbst sehen, durch diese Selbstreflexion verändert hat.

5.Wöchentliche Selbsthilfe-Module

Ab der zweiten Woche wählt der Teilnehmer ein neues Modul. Dieses Modul enthält sowohl psycho-pädagogische Videos als auch tägliche Selbstreflexion.

Die Module umfassen folgende Fragestellungen:

  • Wie kann ich aufhören, mir Sorgen zu machen?
  • Wie werde ich negative Gedanken oder Gefühle los?
  • Wie steigere ich mein Selbstbewusstsein?
  • Wie reduziere ich die psychologischen Beschwerden von Depressionen? (Depressive Gefühle und Gedanken)
  • Wie reduziere ich die körperlichen Beschwerden von Depressionen? (Ermüdung, Erschöpfung)
  • Wie kann ich die sozialen Aspekte der Depression verbessern? (Einsamkeit, Abgeschiedenheit)
  • Wie kann ich lernen, Angst in den Griff zu bekommen?
  • Wie stoppe ich eine Panikattacke?
  • Wie kann ich lernen, einfacher einzuschlafen?
  • Wie kann ich lernen, Prioritäten zu setzen?
  • Wie lerne ich lernen, in einer selbstbewussten Weise zu kommunizieren?
  • Wie entwickle ich Empathie?
  • Wie kann ich lernen, Grenzen zu setzen?
  • Wie kann ich meine Beziehung verbessern?
  • Wie kann ich lernen, mit Konflikten umzugehen und sie zu reduzieren?
  • Wie reduziere ich Schuldgefühle?
  • Wie verarbeite ich unverarbeitete Trauer?
  • Wie lerne ich zu vergeben?
  • Wie lerne ich Relativität und Loslassen?
  • Wie kann ich lernen, mit Einschränkungen umzugehen?
  • Wie reduziere ich Stress durch Arbeit?
  • Wie gehe ich mit dem Stress anderer um?
  • Wie lerne ich zu kooperieren?
  • Wie kann ich verhindern, dass eine Beziehung endet?
  • Wie lerne ich das richtige Verhalten im Falle einer Suchterkrankung?
  • Wie vermeide ich einen Rückfall?

6.Buddy

Der Teilnehmer hat die Gelegenheit, Freunde einzuladen, damit sie ihm helfen. Der sogenannte „Buddy“ bekommt dann einmal pro Woche eine kurze psycho-erzieherische Einführung mit Tipps und Techniken, wie er dem Freund/Partner helfen und wie er ihn unterstützen kann. Darüber hinaus gibt der Buddy dem Teilnehmer über das Programm ein lösungsorientiertes Feedback, das den unterstützenden Dialog und die Kommunikation zwischen dem Teilnehmer und seinem Buddy stimuliert. Der Teilnehmer erhält jedes Mal eine Nachricht über das Feedback vom Buddy, was ihn zum Überprüfen der Nachricht animiert, wodurch er wiederum zur Weiterverfolgung des Programms angeregt wird.

Das Einladen eines Buddys ist nicht notwendig. Einige unserer Teilnehmer folgen dem Programm, so dass sie anonym bleiben, ohne dass die Menschen um sie herum davon wissen. Die Entscheidung liegt ganz allein beim Teilnehmer. Für depressive Teilnehmer ist ein Buddy dennoch empfehlenswert, weil er den Programm-Abbruch verhindern kann. Sie kann ein Buddy den Teilnehmer an schwierigen Tagen ermutigen, mit dem Programm fortzufahren.

7.Entwicklungsbericht für den Arzt oder Gesundheitsdienstleister

Jede Woche erhält der Teilnehmer einen Entwicklungsbericht, der dessen Entwicklung in Graphiken anzeigt, zusammen mit der Bitte, diesen Bericht mit dem Arzt oder Gesundheitsdienstleister zu besprechen. Auf diese Weise ermutigen wir sie, den Dialog mit einem professionellen Gesundheitsdienstleister aufzunehmen. Dies unterstreicht unsere Botschaft, dass eine medizinische Diagnose niemals durch Software erfolgen sollte, sondern nur durch einen Arzt.

8.Monatlicher Moment der Entscheidung

Die Teilnehmer haben jeweils einen Monat Zugriff auf das Programm, da wir festgestellt haben, dass die Teilnehmer sich enger an das Programm halten, wenn sie wissen, dass ihr Zugang nur einen Monat dauert. Nach jedem Monat können sie aber entscheiden, ob sie sich für den nächsten Monat anmelden wollen. Sie können dann sofort weitermachen oder aber eine “therapeutische Pause” nehmen und erst nach ein paar Wochen oder Monaten wieder neu starten. Den Personen Verantwortung und Entscheidungsmöglichkeiten zu geben, zeigt Respekt an ihrer freien Wahl, was wiederum Teil des Lernprozesses ist.

Die Entscheidung, das Programm für einen Monat zu kaufen, führt dazu, dass die Teilnehmer über ihre Entscheidung und ihr Engagement, an sich selbst zu arbeiten, nachdenken. Selbsthilfe bedeutet nämlich, dass Sie sich selbst helfen wollen und dass Sie nicht auf eine magische Pille warten, die das Problem an Ihrer Stelle löst.